Was ist Osteopathie und was macht ein Osteopath, eine Osteopathin?


Was ist Osteopathie und deren Konzept ?

In der Osteopathie beziehen sich alle Anwendungen einerseits auf die Beweglichkeit des Körpers in seiner gesamten Komplexität ( Bewegungsapparat) und andererseits auf einzelne Organsysteme, nervale und hormonelle Regulation und die Dynamik und Versorgung der Gewebe und deren Zusammenspiel. Um eine optimale Funktion des Körpers zu ermöglichen,  benötigt jede Struktur Bewegungsfreiheit.

Wenn diese Beweglichkeit eingeschränkt ist, spricht man in der Osteopathie von Dysfunktion und daraus resultierenden Störungen. Häufig handelt es sich um Spannungsphänomene, die sich bisher in bildgebenden Verfahren kaum abbilden lassen. Summieren sich diese Fehlfunktionen, kann der Körper nicht mehr kompensieren. Die Folge dieser Gewebespannungen und der Fehlfunktionen sind oft komplexe Ursache von vorliegenden Beschwerden.

Osteopathie-Beschreibung-Beruf-OstepathDer Osteopath diagnostiziert die möglichen Ursachen der Beschwerden durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Im Vordergrund stehen die Behebung dieser Störungen mit den Händen – medikamentenfrei! In der Osteopathie werden nicht einzelne Symptome behandelt, sondern die Gesamtheit der Bewegungsstörungen und Fehlfunktionen.

Der menschliche Organismus besteht aus vielen verschiedenen Strukturen./Organen/Geweben. Über das System der Faszien ( Weichteilkomponenten des Bindegewebes) sind sie miteinander verbunden, ähnlich wie bei einer Hängebrücke, bei der feste Komponenten mit Seilzügen/ beweglichen Bauelementen für die Gesamtfunktion kombiniert werden.

Wenn das Spannungsgefüge aus dem Gleichgewicht gerät, kann z.B. ein Pfeiler übermäßig belastet werden und an einer anderen Stelle des Körpers Beschwerden auslösen.

Was macht ein Osteopath, eine Osteopathin?

Um vorhandene Bewegungseinschränkungen und Gewebespannungen aufzuspüren ist ein langes und intensives Training der Palpationsfähigkeit (Tastvermögen) des Osteopathen erforderlich. Eine osteopathische Behandlung erfolgt mit speziell entwickelten osteopathischen Techniken ausschließlich mit den Händen. Als oberste Prämisse gilt, dem Behandelten eine Verbesserung der Beweglichkeit betroffener Strukturen zu ermöglichen und das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Anspruch der Osteopathie ist es, sich nicht nur auf die Behandlung der Symptome zu beschränken, sondern den menschlichen Organismus als Ganzes zu sehen.

Daher gibt es nicht bestimmten Krankheiten, die mit Osteopathie behandelt werden können und sollten, sondern bei den unterschiedlichsten Beschwerdebildern kann mit dieser Behandlungsmethode Erleichterung erreicht werden.

Bei einer osteopathischen Behandlung werden auch die schulmedizinische Diagnostik und Vorbehandlung, sowie zurückliegende Verletzungen und Operationen, die das gesamte System belasten können,  mit einbezogen.

In vielen Fällen ist die Osteopathie eine ideale Ergänzung zur Schulmedizin, ersetzt sie aber nicht.

Was kennzeichnet das Berufsbild des Osteopathen?

Den Beruf des Osteopathen als eigenständiges Berufsbild gibt es derzeit in Deutschland noch nicht. Es gibt in Deutschland viele private Schulen mit sehr unterschiedlichem Umfang der Ausbildung. Selbstständige Ausübung der Osteopathie ist nach dem Heilkundegesetzt nur Ärzten und Heilpraktikern gestattet. Wichtig ist eine zertifizierte Ausbildung mit einem Gesamt stundenumfang von mind. 1350 Stunden. In seriösen Verbänden sind nur Therapeuten gelistet, die diese umfangreiche Ausbildung haben und regelmäßig weiter an Fortbildungen teilnehmen.( z.B: DÄGO, VOD)

Zugelassene Berufsgruppen für die Ausbildung zum Osteopath, Osteopathin

  • Ärzte mit Approbation
  • Physiotherapeuten
  • Heilpraktiker
  • Masseure
  • Manuelle Therapeuten

Gute Fähigkeiten bei der Diagnose, die Beurteilung der Qualität von Gewebe, Einsatz und Anpassung der verschiedenen Behandlungstechniken an die individuellen Beschwerden des Patienten, sind Qualifikationen, welche erst mit den Jahren der Praxis wachsen. Der Osteopath berücksichtigt  Anatomie, Physiologie, Biomechanik und Psychologie, um aus einer Kombination von strukturellen, viszeralen (die Eingeweide betreffend) und neurocranialen ( Nerven und Gehirn betreffend)  osteopathischen Behandlungsprinzipien die bestmögliche Therapie zu gestalten.

Warum Osteopathie? Vorteile der Osteopathie

Es handelt sich bei der Osteopathischen Medizin, um eine ganzheitlichen Ansatz..

Als Basis dient das osteopathische Konzept nach Dr. A.T. Still (1928-1917), welches den grundlegenden Gedanken, dass die Gesundheit und die Selbstheilungskräfte im menschlichen Körper vorhanden sind und Struktur und Funktion voneinander abhängen, in den Vordergrund stellt.

Die Osteopathie ist ein Weg, den Menschen in seiner Einmaligkeit und Ganzheit zu verstehen und zu behandeln. Es ist wichtig, jedem Mensch, der Hilfe bedarf, als Individuum zu sehen, zu erkennen und zu unterstützen. In der Osteopathie steht nicht die Krankheit,  sondern vielmehr die Gesundheit des Menschen im Vordergrund.

Wo liegen die Grenzen in der Osteopathie?

Ein erfahrener, seriöser Osteopath, setzt bei schwerwiegenden Erkrankungen, wie beispielsweise  Infektionskrankheiten, seelischen Störungen oder Krebserkrankungen, selbstverständlich auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen behandelnden Ärzten.

Auch in diesen Fällen kann eine osteopathische Therapie unterstützend und begleitend sinnvoll sein. 


Dr.med. Maren Brandes
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